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Christian Hirl: Rechts sind Bäume, links sind Bäume

2 Kommentare

Rechts sind Bäume, links sind Bäume,
und dazwischen Zwischenräume.
In der Mitte fließt ein Bach!
Ach!

Rechts hat man die Industriellen,
welche eine Presse wellen,
eine, die den Abonnenten
nationale fette Enten
täglich aufzubinden hat.

Und so fällt denn Blatt auf Blatt
in die Hände von Kartellen
unsrer Großindustriellen.
Und man schiebt sich dies und jenes,
weils bequem is und gemeen is.

Und die Aktie kommandiert –
die Verwaltung salutiert.
Helfferich ruft Weh und Ach …
In der Mitte fließt ein Bach.

Links hat man die neuen Helden,
die sich schon seit 18 melden,
wenns was zu vermitteln gibt.
(Dies Geschäft ist so beliebt.)
Barmat, Parvus, Sklarz Gebrüder –
Ei, man ist so brav und büder.

Die Regierung ist schockiert
und wird mächtig angeschmiert.
Manches Silber ist vernickelt,
mancher Handel ist verwickelt.
Reine Finger hab, wer kann!
Schlimmstenfalls zieh Handschuh an!

Rechts sind Schieber, links sind Schieber.
Jedes Antlitz ein Kassiber.
In der weiland großen Zeit
schob man Seins im grauen Kleid.
Sieh die Rechten, sieh die Linken –
und es will mich schier bedünken,

Rechts sind Bäume, links sind Bäume,
und dazwischen Zwischenräume.
In der Mitte fließt ein Bach –
Ach!

____________
Autor:

Christian Hirl, Architekt und AAA (ArchitekturAgitator/Anif) – Niederalm bei Salzburg.

2 Kommentare zu “Christian Hirl: Rechts sind Bäume, links sind Bäume

  1. Links der Berg, rechts die Schlucht und über mir der Himmel so blau – himmelblau, alles und nichts ein bisschen blau ! [Blümchenblau]

  2. Wenn sich eine Blume nach der andren reiht,
    dann bemerkt der Mensch, es ist wieder Zeit.
    Zeit um mal nach draußen zu gehn,
    und gleichzeitig um schönes Wetter zu flehn.

    Ist man draußen und am schlendern,
    wünscht man sich mal nichts zu ändern.
    Es spricht auch nichts dagegen,
    einfach mal im Jetzt zu leben.

    Doch manchmal da vergessen wir,
    wir dürften gar nicht vor die Tür.
    „Ist nur eine Grippe!“, sagen viele,
    sonst komm ich ja nur bis zur Diele.

    Sind eh schon wieder Lockerungen,
    wir werden ja nicht mehr gezwungen.
    So schlimm kann es nicht mehr sein,
    wir trinken sowieso schon genug Wein.

    Shoppen möcht ich auch mal gehn,
    die Stadt mal wieder von innen sehn.
    Gegenüber und zwischen Menschen stehn,
    und mal wieder Freunde sehn.

    Doch was wir tatsächlich machen,
    sind ganz andere Sachen.
    Fast so als wäre nicht passiert,
    Hauptsache es wird kassiert.

    Mit bunt, genähtem Mund-Nasen-Schutz
    begeben wir uns zum Lutz.
    Dieses und jenes brauchen wir,
    und schon überfällt uns unsere Gier.

    Dann überkommt mich das Gefühl,
    die Lage ist überhaupt noch nicht stabil.
    Schon morgen könnt es anders sein,
    und wir alle müssen wieder Heim.

    Wir leben nicht im wilden Westen,
    wir wüssten es eigentlich am besten.
    Vertraue deinem gesunden Verstand,
    und frag dich wie das alles entstand.

    Schau auf dich und lebe bewusst,
    versprochen, du spürst schon keinen Verlust.
    Hab keine Angst etwas zu verpassen,
    es gibt nichts neues in den Gassen.

    Bleib einfach mal bei dir Zuhaus,
    und pflück dir deinen Blumenstrauß.
    Genieße die Entschleunigung,
    alles andere wäre dumm.

    Sieh dich in deiner Gegend um,
    und frag dich nicht immer „Warum?!“.
    Lebe mal in den Tag hinein,
    gib deinem Leben einen Schein.

    Machen wir das Beste draus,
    und leben ohne Saus und Braus.
    Träume nicht von woanders,
    es wird sowieso wieder anders.

    Wenn sich eine Blume nach der andren reiht,
    nimm dir für solch kleine Dinge Zeit.
    Vergiss auf gutes Wetter zu hoffen,
    sei für neue Dinge offen,

    Und wenn dann alles vergangen ist,
    dann bist du stolz auf das, was du nun bist.

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