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Architektur oder blosses Bauen.

19 Kommentare

maxRIEDER – Die Architektur wird mit baukulturellem Engagement gleichgesetzt. Dennoch wird im Alltag das Bauen unter Architektur subsumiert. Kann man dies noch unwidersprochen als oberflächliche Zuordnung generös übersehen. Nein!
Welche Kriterien können wir anwenden um eine klare Unterscheidung von Architektur und blossem Bauen herzustellen. Blosse ästhetische, blosse funktionelle, blosse triviale Gründe welche Kategorien sicherstellen. Das dialektische Paar Ästhetik und Funktion dient der Claim-Absicherung und verstärkt eher die Problematik. Ist blosses Bauen nur häßlich, Architektur nur schön, das sind die Adjektive der Zuordnung und dazwischen ist Raum der allgegenwärtigen, absurden und vorherrschenden Kompromisse der Gestaltung.
These eins.
Niemand ist mehr fähig bloss zu bauen, also ohne (un)bewußte Gestaltung eine Infrastruktur oder ein Bauwerk zu errichten bzw. zu planen. Der Kodex der Typologie und Geschichte ist unauslöschlich, einerlei ob bei einem Sägewerkskraftwerk, Lärmschutzwand oder bei einem simplen Gebäude.
These zwei.
Niemand ist mehr fähig bloss ästhetisch oder bloss funktional zu bauen, also sphärenunabhängig. Der Kodex der Gebrauchsfähigkeit und Geschichte ist unauslöschlich, einerlei ob bei einem kontemplativen Raum, Schwimmbad oder simplen Gebäude.
Synthese drei.
Architektur kann es nur werden wenn beide Pole gleichrangig in das geschaffene räumliche Milieu eingegangen sind. Warum tun wir uns so schwer und scheinbar wichtige und unersetzliche Hofräte wussten immer schon was kostenbewußte Architektur sei und vorallem was diese kontextfrei für Budget und Umsetzung benötigt.  So gepflegt im geförderten Wohnbau und bei den Bauten der öffentlichen Hand – blosses Bauen unter architektonischen Pseudonymen. Freilich planen desöftern ArchitektInnen (lt. Baukulturreport 2006 wird nur ein geringer Teil des Hochbaus mit öffentlichen Geldern von ArchitektInnen geplant) , aber können diese unter diesen Voraussetzungen Architektur begründen? Man versucht es, widrigenfalls.
ArchitektInnen fordern nicht unbedingt mehr Budget, aber jedenfalls mehr Freiheiten zur Funktion und Gestalt/Form.
Wenn die Arzt:Menschbeziehung eine Analogie zu Architektur:Raum zuläßt, dann müsste man ja auch dem Arzt die Operations- und Therapieweise politisch und boulevardhaft mitteilen bzw. vorgeben.

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Autor:
maxRIEDER by sepp dreissinger2009maxRIEDER
maxRIEDER.at
ArchitekturWasserStadtLandschaft&Gestaltungsprozesse
plant&baut&lehrt&mediert&reflektiert

19 Kommentare zu “Architektur oder blosses Bauen.

  1. Zur These 2:
    Haben wir derzeit eine Architektonische Strömung, wie etwas gebaut werden soll? Wenn ich mir das Museum der Moderne in Salzburg, das Heizkraftwerk und das neue AiA Schwimmbad in der Alpenstraße ansehe, so vermute ich, dass quadratisch, praktisch, gut gerade das Maß vieler Dinge ist. Alles in grau. Diese Bunkerschönheiten sehen sehr zweckdienlich aus. Über Geschmack lässt sich zwar bekanntlich streiten, jedoch würde mit der heutigen Technik sicher mehr möglich sein, als eine Art diese glatten „Rohbauten“.

  2. @Mareike:
    EINE architektonische Strömung wäre viel zu eng gefasst. Was wir zurzeit erleben und was gemeinhin als „moderne Architektur“ abgelehnt wird ist mehr einem Rohstoff geschuldet als einer Form. Wir sehnen uns nicht in das Bauhaus oder das Rokoko zurück, sondern bevorzugen in vielen Gebieten (Unterhaltungselektronik, Innenausstattung,…) rechte Winkel, gerade Linien und scharfe Kanten. Was du – und viele andere – als „Rohbauten“ empfindest und verachtest ist das Material Beton, das neben Glas und möglichst unbehandeltem Holz die Materialien der vergangenen Jahre darstellt. Noch nie waren die baulichen/architektonischen Möglichkeiten mit einem Material so vielfältig wie heute. Was passiert ist eine Reduktion – ähnlich jener von Adolf Loos umgesetzten. Der Rest ist Geschmacksfrage.
    Mir zum Beispiel gefallen deine angeführten Beispiele. Besonders das Heizkraftwerk bewundere ich schon seit Jahren. Das Kunststück dabei ist nämlich, dass es nicht wie ein Heizkraftwerk aussieht, sondern modern und formschön und den Übergang von der Altstadt zu den Hotels und Wohnbauten davor bildet. (Ich musste übrigens erst ein Jahr in Salzburg wohnen, bis ich rausgefunden habe, dass es sich dabei um ein Heizkraftwerk handelt)

    • Auch ich muss sagen: Quadratisch, praktisch, gut! Ja! Warum denn nicht?
      Es mus nicht alles rund alla Bauweise Bauweise „Barbapa“ sein.
      Die klaren Formen ohne Schnick- Schnack bilden einen Kontrast zu den barockisierten Bauwerken in der Innenstadt.

  3. ich halte es für ziemlich kommerziell gedacht und bedungen, dass architekturen heute so ausschauen wie in den kommentaren oben charakterisiert, oder anders formuliert: einfältig. anderseits scheint es eine wirtschaftliche notwendigkeit und ein einfalt der der auftraggeber zu sein, dass architektur so „wird“, oder? man empfindet immer, eine art relauch der ästhetik der vorkriegs- und nachkriegsmoderen, sichtbeton-glas-kubisch, eine art erbärmliche nachmoderne.
    aber was hält die stadtgesellschaft im sterbendem eruropa aus? creativefaq

  4. Die Reduktion in der Architektur, gerade in und um öffentliche Gebäuden wie Museen, Schwimmbäder & Co finde ich sehr gut. Durch die Zurückhaltung der Architektur bekommt der Mensch und sein Handeln mehr Bedeutung.
    Vielleicht ist es aber genau das, was viele Menschen an eher rohen, unbehandelten Baumaterialien irritiert: die Konfrontation mit sich selbst.
    In vielen Bereichen unseres Lebens wird ein Umdenken unserer Gewohnheiten notwendig. Irgendwann wird man, wenn man über Kultur, Kunst und Architektur unseres Jahrhunderts spricht, die Zusammenhänge klar erkennen und analysieren können. Und Baumaterialien wie: Beton, Glas und Holz werden in diesem Zusammenhang zur logischen Konsequenz.

  5. finde dies einen interessanten ansatz, dass gerade öffentliche auftraggeber „reduktion üben“ sollen. einerseits weil es sich um öffentliche gelder handelt. aber, sollte nicht eben der öffentliche auftraggeber auch die verantwortung um baukultur wahrnehmen und über den vergangenen stil der rohbaukultur (ästhetisierung des sichtbetons mit glas, alu) hinauswwachsen und gerade das „andere, spezifische“ ermöglichen und unterstützen. architektur ist doch manchmal mehr als hintergrund (hermann czech „architektur ist hintergrund…) vorallem auch stimulanz/animo. gerade aber im ausstellungswesen und kultur/museumbauten verbreitet/etabliert sich die reduktion stärker, dort scheint mir der ansatz naheliegender, als schutzhülle der kunst und nicht als vordergründige raumkunst. ich bin für reduktion im verkehrsraum, für reduktion bei kreisverkehr- und lärmschutzgestaltungen ….

  6. Doch wie soll ein solches „Hinauswachsen“ aussehen? Und wie viele Stilrichtungen verträgt eine Stadt?

    • Vielleicht könnte man unter „Hinauswachsen“ einen Anspruch verstehen, der über das scheinbar große „Kriterium Zweckdienlichkeit, vulgo Funktionalität“ hinausgeht. Natürlich soll ein Bauwerk , dem Bauanlass entsprechend nutzbar sein, doch die wenigsten „funktionalen Bauten“ werden als Architektur bzw. Baukultur eingeschätzt, sondern als blosses Bauen kategorisiert.
      Denn, das Medium der Architektur ist prioritär Raum und Gestalt. Architektur ist eine Kunst per se, Kunst durch Raum, Gestalt und (sekundär) Funktion zu einigen und gleichzeitig Widersprüchliches, Komplexes der Gesellschaft darin widerzuspiegeln, zu katalysieren, somit eine soziale Kunst.
      Dies kann oberflächlich als ein „Mehrwert“ von Architektur gegenüber dem blossen funktionalistischen Bauen verstanden werden. Natürlich widerspiegelt ein trivialer Gewerbe- und Wohnbau selbstredend, aber was, nämlich: die triviale Kommerz- und Konsumgesellschaft, löst aber sonst keinen weiteren Anspruch ein.

      Die Bauwerke der „Architektur(geschichte)“ haben eine Vielzahl von Funktionswechsel (bis zur allgegenwärtigen Musealisierung) erlebt. So meine ich, dass die symbolische Dimension gegenüber der impulsgebenden (Ur-)Funktion des (einen) Bauwillens an soziokultureller Bedeutung zunimmt und diese langfristig ablöst. Wenn Architektur „so gut ist“, dann wirkt sie nachhaltig. In der simplen Sicht des pädophilen Dandy Adolf Loos wären ja nur Denkmal und Grabmal Architekturen = Kunst und alles andere Zweckbauten ( Adolf Loos „Ins Leere gesprochen“, 1921), jedenfalls wird die ewige Doktrine „form follows function“ (Henri Labrouste um 1860, Louis Sullivan 1896) durch die Erkenntnis komplexer Auswirkungen der Architektur auf das Soziale doch manchmal schon als überholt angesehen. Damit ist die Moderne, Transmoderne und Neomoderne in ihrer vorwiegend ästhetisch-kompositorischen Eindimensionalität ziemlich entlarvt und versucht durch Nuancierungen individuelle Stile zu begründen.

      Es sind nur die vielschichtigen Architekturen welche als baukulturelles Erbe weiter Wertschätzung erfahren, jene, die über das blosse funktionale Bauen, als eindimensionale Äußerung hinausgehen. Die 0815-Bauten verschwinden wieder, da nicht umnutzbar und gesellschaftlich werthaltig. Denken wir nur an die eindimensionale Mickrigkeit des sozialen, mit öffentlichen Geldern geförderten Wohnbaus mit seinen 2,50m Standardraumlichten. Im Vergleich dazu die ziemlich spekulativen Bauwerke der (freifinanzierten) Gründerzeit mit ihren Raumhöhen von mindestens 3,20m, die fast jede Nutzung/Funktion im Laufe annahmen bzw. ermöglichten, und nebenbei so ziemlich „nachhaltig“ , da umprogrammierbar, sind.

      • Genau das ist das Problem der Salzburger Neubauten:
        Sie sind bloßes Bauen. Es fehlt sowohl den Bauten am Bahnhof als auch in der Sterneckstraße die Individualität. Diese klobigen Klötze sind typisch für Bauten unserer Epoche, sie sind gleichartig in jeder Großstadt zu finden. Ihretwegen wird kein Mensch nach Salzburg kommen. Architekten und Gestaltungsbeirat brauchen sich nicht über die Bürgerproteste wundern.
        Attraktiv macht Feingliedrigkeit, Räume schaffen, nicht die glatte Fläche.

      • das horcht sich doch spannend an…. ich mag Widersprüchlichkeiten & freu mich schon diese in der Architektur zu entdecken. Es hätte dann immer den Reiz mit dem Vertrautem etwas Neues zu erfahren. Ein gutes „Hinauswachsen“, gefällt mir!

  7. Dieser Artikel, der sich offenkundig für die gehobene Baukultur ausspricht, wirft eine interessante Frage auf: was ist eigentlich diese Architektur genau? Kommt sie von den Architekten, und wenn ja, ist alles was Architekten machen automatisch gut, und alles andere automatisch schlecht? Kann nicht ein gut geplantes Projekt einer Privatperson oder ein Brückenprojekt eines Tiefbauers auch Baukunst sein?

    Die „Architektur“ als baukulturelles Phänomen versucht einerseits, allgegenwärtig zu sein und ist andererseits sehr darauf bedacht, sich vom Biederen, vom Gewöhnlichen abzugrenzen. Der Ausdruck „bloßes Bauen“ zeigt dies sehr deutlich. Baugeschichtlich gesehen trägt dieses bloße Bauen, in Fachkreisen bezeichnet als vernakuläre Architektur, jedoch maßgeblich zur Baukultur der jeweiligen Region und Epoche bei und wird auf internationaler Ebene immer häufiger anerkannt und studiert.

    Die Formendiskussion, die fast unweigerlich entsteht, wo immer zeitgemäßes Bauen ins Rampenlicht rückt, ist in gewisser Weise symptomatisch für die Abgrenzung der Architektur gegenüber der Allgemeinbevölkerung. In einem guten Jahrhundert der sogenannten modernen Formensprache (und zudem ein Jahrhundert, das sich zunehmend durch Transparenz, Kommunikation und Medien definiert), ist es nicht gelungen, besagte Formensprache dem Endverbraucher wirklich und wahrhaftig ans Herz zu legen. Ausnahmen bestätigen wie so oft die Regel. Es steht außer Frage, dass jede Ära ihre eigene Formensprache hat und dass unsere Umwelt im Angesicht ständig wachsender Anforderungen bewusst gestaltet werden muss. Ob die angesprochene Tendenz zur Stigmatisierung des Vernakulären langfristig nachhaltig ist, bleibt jedoch äußerst fraglich.

    • Wenn das Vernakuläre eine Art der „Architecture Without Architects“ (Bernhard Rudovsky, 1964) wäre, dann würden die Architekten auch die Nichtarchitekten wieder verstehen und dazulernen. Es mag sicherlich zum überwiegendenTeil zu treffen, dass der zit. Endverbraucher = Consumer nicht versteht, weil er doch nur Consumer ohne Reflexion sein will. Anderseits sollte man doch bestimmte archaische Intentionen der Architektur ohne Reflexion verstehen bzw. muss Architektur dies leisten können (Enge/Weite, öffnen/fassen, Nische/Fluss, hell/dunkel).

  8. Zum Thema „Blosses Bauen“ denke ich sofort an jegliche Art von Wohnblocks oder mehrstöckigen Wohnhäusern. Hier wird meiner Meinung nach deutlich, dass die Architekten keine harmonischen oder kunstvollen Ziele verfolgen sondern die entworfenen Gebäude einfach nur als Mittel zum Zweck dienen. Steril, eintönig und vor Allem wenig Varianz in der Gebäudeform. Bauten, welche auf die wohl langweiligste Form der architektonischen Möglichkeiten, nämlich die des Quaders, zurückgreifen. Zumindest ist das in meiner Heimatstadt und auch bei vielen Wohlblocks, die ich hier in Salzburg sehe, der Fall und ich verstehe partout nicht warum hier nicht mehr Mut an den Tag gelegt und sowohl optisch als auch strukturell nicht mehr experimentiert wird. Ich würde nicht einfach behaupten, dass Architektur als „schön“ und Blosses Bauen als „hässlich“ definiert werden kann und soll. Jedoch denke ich schon, dass Architektur auf jeden Fall ein klar ästhetisches Ziel verfolgt, sich auch von der gewohnten Bautechnik absetzen, also einzigartig sein will, aber dabei gleichzeitig den funktionellen Aspekt des Bauens nicht außer Acht lässt.

  9. Der Architekt Peter Lorenz schreibt in seinem Positionspapier (gemeinsam mit Rainer Noldin-Präsident der Zentralvereinigung der ArchitektInnen Tirols und Hanno Vogl- Fernheim – Architekt und Sektionsvorsitztender der Kammer der Architekten f. Tirol u. Vorarlberg) welches bei einer Pressekonferenz verlesen wurde:
    „ Der Schutz der Natur und die Pflege der Baukultur entspringen demselben Weltbild und sind seit jeher öffentliche Angelegenheiten. Nicht die Politiker sondern die Architekten sind in ihrer demokratischen Mitverantwortung zuständig für Architektur und Städtebau.“
    Aus der Zeitschrift „Echo“ vom Mai 2013
    So eine Grundhaltung ist durchaus wünschenswert. In der Realität kann man sich allerdings nicht des Eindrucks erwehren, dass eher die
    Politik – und speziell Kommerzielle Überlegungen – der Gestaltungsfaktor Nummer 1 in Sachen Städteplanung sind.
    Somit bleibt besagter Anspruch leider in vielen Fällen nicht mehr als ein schöner Wunschtraum – aber auch nicht mehr.

  10. Muss es eine Unterscheidung von Architektur und blossem Bauen geben? Warum sollte es. Für mich ist „Bauen“ das Ergebnis von Architektur. Schon ein kleines Projekt im eigenem Garten – Gartenhäuschen – beginnt mit Architektur. Wie soll es aussehen, passt es zum Haus/Umgebung, wo soll es stehen, welche Materialien werden verwendet, usw. Nachdem alles deffiniert und architektonisch ausgearbeitet wurde, geht es in die Bauphase. Das Ergebniss kann dann eine Holzhütte vom Bauhaus oder eine Eigenkreation sein. Auf Großprojekte umgelegt ist sowohl ein grauer Wohnblock wie der Hanger 7 Architektur. Teilweise fehlt aber in der Befölkerung das Verständnis für was Neues/Anderes, weil es augenscheinlich nicht zum Gesamtbild passt.

  11. Mir persönlich gefällt diese reduzierte Bauweise sehr gut. Man strebt große Räume mit viel Licht, und viel Glas an, was mit dieser Bauweise perfekt ausgeführt wird. Aber alles ist eine Frage des momentanen Trends, so wird sich die Bauweise in den nächsten Jahren noch weiterentwickeln und verändern. Allerdings ist auch nicht immer alles was toll aussieht auch praktisch. Bei Wohnbauten zum Beispiel sollte sich der praktische Zweck und das Design die Waage halten.

  12. zum Theman reduzierte Bauweise, Würfel usw, schaut man/frau auf die Ländlichen Häuser, die alte Bauernhäuser zum Beispiel, so ist auch jene Architektur ein einfacher Würfel, Prisma, für mich, nur mit dem Unterschied, dass die Dachfläche (öffnung nach oben) nicht gerade abgeschnitten, wie z.B. MdM, sonder mit einem Giebel versehen ist. Noch dazu kommt die Oberflächenstrucktur, die alten Häuser sind meist grob Verputzt oder die Oberfläche , der Wände, ist uneben, bei der „Modernen Architektur“ sind die Oberfächen exakt, Glatt und die Fasade bietet keine abwechslung. Vielleicht empfinden deshalb soviele Menschen, die „Moderne Architektur“ als kalt und geschmackslos!

  13. Wir Menschen tendieren dazu Gewohnheitstiere zu sein. Mut zu Neuem ist zwar an sich eine menschliche Eigenschaft, im Kollektiv fühlen wir uns allerdings Vertrautem näher, wollen Gleiches, Vergleichbares und vor allem Bekanntes. Giebel, schräge Dächer, Strukturen in Wänden. All das sind wir gewöhnt, weil wir es von Kindheit an kennen. Mich würde interessieren wie die Menschen in 100, 200 Jahren unsere Architektur beurteilen werden. Wertschätzend? Bewundern sie den Mut zu Neuem, weg vom Individuellen, hin zu einer Einheit? Abwertend? Verachten sie die harten Kanten, die klaren, rechten Winkel? … Ich befürchte ich muss wohl doch eine Zeitmaschine bauen.

  14. Wie die Häuser und Bauwerke, die unter blosses Bauen fallen in 100 und 200 Jahren gesellschaftlich beurteilt würden, wage ich nicht abzuschätzen. Ich könnte mir allerdings vorstellen, dass es den meisten der betroffenen Gebäude, vor allem jenen im städtischen Bereich, in Zukunft immer schwerer fallen wird sich rechtzufertigen. Besonders den normschachtelförmigen, flachbedachten Wohnbau halte ich für ein derart bedrohtes, und deshalb kurzlebiges Phänomen.
    Insofern glaube ich nicht, dass in 200 Jahren noch „bewertbares Material“ vorhanden sein wird.

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