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Zur Mühsal des Kleinen im großen Ganzen

2 Kommentare

Andreas Knittel – Wie einfach ist es doch Nicht-Experten für „Bilbao“, das „Vogelnest“ oder „die BMW-Welt“ zu begeistern.
Noch leichter zu erwirken: das Bewundern von historischem Bauten – egal welchen Ausmaßes und beinahe unabhängig des politischen Systems der Zeit in der sie errichtet wurden.
Aber weshalb?

Zum einen, weil diese Sehenswürdigkeiten eh weit weg sind und zum anderen, weil sie entweder in meinungsbildenden Hochglanzmagazinen lediglich oberflächlich angesehen oder als Tourist in Freizeitlaune mit urlaubsbedingter Entspanntheit konsumiert werden. Das Hinterfragen solcher Architektur-High-Lights bedürfte Auseinandersetzen und Stellungnahme.

Aber wie schwierig ist es ähnliches in der Heimatstadt oder gar in der unmittelbaren Nachbarschaft zu akzeptieren?
Da ist viel leichter eine Position zu beziehen: Neues ist ein Problem … und modernes erst recht!

Und jetzt ist der berufene – nicht jobbende – Architekt gefragt:
Ideen als spezifische Antwort auf gestellte (Bau-)Fragen;
Konzepte, die die Umgebung berücksichtigen;
Entwürfe, als Diskussionsgrundlagen;
Projekte als bestmögliche Resultate;
Gespräche mit Anrainern und Nachbarn;
Überzeugen von Verwaltungen und Behörden;
Leiten, Lenken und Motivieren der Ausführenden;
Hilfestellungen jedweder Art, vor allem für die Bauherrnschaft.

Ein wunderbarer Beruf: mühselig vielleicht,  befriedigend, wenn ’s passt, sicher!

Und wer von den betroffenen Laien einmal so einem Prozess – unabhängig in welcher Rolle – beigewohnt oder diesen begleitet hat, hat hoffentlich Fähigkeiten entwickelt, Bauten unabhängig von Mode, Zeitgeist und vorgefassten Meinungen zu beurteilen.

___________
Autor
Andreas Knittel

Foto: creative commons formato digital

2 Kommentare zu “Zur Mühsal des Kleinen im großen Ganzen

  1. Ich gehe immer belustigt an diesen Zelten vorbei, wo alt eingesessene SalzburgerInnen protestieren, dass ein Bauprojekt (ich glaube, es sollte irgendwoe hinter dem Unfallskrankenhaus realisiert werden) gestoppt werden soll. Ich wohne jetzt doch schon viele Jahre in der Stadt Salzburg und konnte beobachten, wie man sich in der inneren Stadt verhalten muss. Ein wunderschöner Ort, perfekt, korrekt, sauber. Die Bettler werden so gut es geht verbannt, die Junged erst recht, je weniger Bänke man aufstellt, desto weniger unliebe Personen befinden sich auf dem Residenzplatz, wo die Touristen ihre perfekten Fotos schießen können. Salzburg versucht in der Innenstadt den Schein zu wahren es wäre perfekt, alt und nobel. Wenn nun einer daher kommt und versucht, bunte Sitzbänke aufzustellen oder einen modernen Glasbau zu errichten und das perfekte Bilder der Stadt zu stören, so ist er der Feind. Ich weiß, ich habe dies nun sicher etwas zu scharf formuliert, aber im Großen und Ganzen glaube ich, dass dies einer der Gründe ist, warum neue Architektur von so vielen so verhasst ist. Und das ist bestimmt in allen anderen Städten auch so.

  2. Überraschenderweise gibt es in Salzburg einige Ausnahmen. Ob dies der Hanger 7 mit Flugzeuggarage wie auch die Firmenzentralle von Red Bull ist oder das Pappas Firmengebäude. Es gibt immer wieder einge Objekte die aus diesem Einheitstrot ausbrechen.
    Dass in der Innenstadt wenig Freiraum für was Neues gibt, verstehe ich, da wir auch von den Touristen anhängig sind. Was jedoch nicht übersehen werden darf, ist, das auch die alten Gebäude, im besonderen die Hohe Festung, einen gewissen Reiß ausüben. Genau deshalb kommen die Touristen nach Salzburg. Dennoch finden Künstler in Salzburg immer ein offenes Ohr um Ihre Projekte an/unter das Volk zu bringen. Wir erinnern uns noch an die bunten Kühe, des Mozart Gebilde oder der auf den Kopf stehenden Hubschrauber.

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