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Ideale Wohnbauarchitektur – relaunch 2013

Ein Kommentar

maxRIEDER – In periodischer Regelmäßigkeit kommen von engagierten parteipolitischen gemeinnützigen Bauträgern kostenreduzierende Anregungen zur förderbaren Wohnbauarchitektur.
Im wesentlichen handelt es sich dabei einerseits um den ohnedies marginalen Einfluss der PlanerInnen, ArchitektInnen weiter zu diskriminieren und anderseits die Administration des geförderten Wohnbaus endlich wieder auf das bescheidene und effiziente Niveau der Nachkriegs-Wiederaufbaumoderne zu bringen.

Da war alles viel einfacher.

Das Leben, das Geldmachen und die Planer.

Wenn man PlanerInnen den politisch/gesellschaftpolitisch den Auftrag (bitte wieder) erteilt zu:
unbelichteten innenliegenden Wohnflächen und Treppenhäuser, zu blanken Fassaden ohne Wohnfreiraum-Loggien und endlich wieder bis zur Hauswand (zu)asphaltieren läßt, dann bitte laut im Verfassungs- und Wohnbauförderungsgesetz verankern, es erspart den ArchitektInnen viel Mühe und sinnloses Engagement in der Sache Wohnbau-Behördenplanungsrabatt (Nachlaß von 7,5-15%  seit 1991). Die Gestaltung kann durch Farbe, Büsche, Wärmedämmung und Solarkollektoren mittels Technikaffinen ersetzt werden. Die Wohnungssuchenden werden es uns danken, vorallem jene die diese sozialpsychologisch nachbetreuen müssen/werden.

ArchitektInnen freuen sich auf die Bereinigung der Standards, wenn wir vielleicht doch gemeinsam Neues, Zukünftigeres und  Innovativeres formulieren könnten, als jene Verkürzungen die jetzt im Vorfeld anstehender Wahlen 2013 öffentlich werden. Die seit jahrzehntelange kultivierte und verursachte pseudoknappe Wohnbaumiserie harrt wieder mal ihrer Prolongierung (siehe auch http://www.architektupolitik.at/baukulturreport 2006 und 2011).

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Autor:
maxRIEDER by sepp dreissinger2009maxRIEDER
maxRIEDER.at
ArchitekturWasserStadtLandschaft&Gestaltungsprozesse
plant&baut&lehrt&mediert&reflektiert

Ein Kommentar zu “Ideale Wohnbauarchitektur – relaunch 2013

  1. „unbelichteten innenliegenden Wohnflächen und Treppenhäuser, zu blanken Fassaden ohne Wohnfreiraum-Loggien und endlich wieder bis zur Hauswand (zu)asphaltieren“

    Dies klingt für mich nach dem reinsten Albtraum! Vorallem: Wer will schon soetwas? Niemand will reine Fassaden und dazwischen nur Asphalt als typisches Stadtbild haben und keiner will in solchen Bauten wohnen! Also für wen soll das Ganze gut sein? Vorallem finde ich, dass es in der Stadt viel zu wenige/zu kleine Balkone und Loggien gibt. Allein dieser mehr oder weniger kleine Bestandteil einer Wohnung/Fassade macht das Wohnen schon lebenswerter…

    Der Link http://www.architektupolitik.at/baukulturreport lässt sich leider nicht öffnen. Hierzu hätte ich gerne noch mehr gelesen. Deshalb habe ich das Internet noch einwenig durchforscht und dies gefunden: http://www.baukulturreport.at/index.php?idcatside=1&sid=22c9fe01a7b5198e2171e267ef340aa1
    Nach dem Lesen dieser Internetseite verstehe ich auch nun die Aufregung über die Wohnbauförderungen und Wohnbauarchitektur besser. Insbesondere weil der Autor dieses Artikels, hier auf kooperativerraum.at bei dem Baukulturreport auch die Fakten zur Wohnbauförderung des Bundes auch wiedergibt:

    „2.5 Fakten zur Wohnbauförderung des Bundes

    Im Zuge des Bundesfinanzausgleiches werden den Bundesländern für die Wohnbauförderung Budgetmittel von etwa EUR 1,8 Mrd. frei verfügbar übertragen.
    Diese öffentlich aufgebrachten Gelder werden ohne formulierte architektonische und städtebauliche Qualitätskriterien „verbaut“. Nur etwa 25% der Fördermittel werden mittels qualifizierter Architekturverfahren realisiert.
    Somit werden 75% der öffentlichen Wohnbaugelder ohne architektonische, städtebauliche Qualitätskontrolle (z.B. Architekturwettbewerbe) und darauf bezogene Leitlinien eingesetzt.
    Die Kosten für eine nachweisliche Qualifizierung – z.B. durch Architekturwettbewerbsverfahren – würden etwa 2% des Gesamtvolumens oder 360 Wohneinheiten betragen.
    Unabhängig davon, dass es Studien und Indizien gibt, dass durch Architekturwettbewerbe budgetierte bzw. erwartete Herstellungskosten optimiert bzw. eingespart werden können, wäre vergleichsweise im Gesundheits- oder Bildungswesen eine solche Vorgangsweise, nämlich die Vergeudung öffentlicher Mittel – eben und insbesondere ohne ausschließliche Miteinbeziehung der dafür ausgebildeten Fachleute – undenkbar und skandalös.“
    http://www.baukulturreport.at/index.php?idcat=30

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