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hans hollein 1934 - 2014

hans hollein 1934 – 2014

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otto kapfinger – die bedeutung der lebensleistung hans holleins für kunst und baukunst wurde und wird im internationalen rahmen erkannt, sehr hoch geschätzt und gewürdigt! das jahrzehntelang so kleinmütige wien (und österreich) war seinen visionen und ansprüchen sichtlich nicht gewachsen.

andererseits war die historisch entwickelte komplexität und spannungsgeladene widersprüchlichkeit der künstlerischen und kulturellen qualitäten wiens für ihn ein nährboden, ein hintergrund, der seinem oeuvre eine spannweite verlieh – oder besser gesagt: diese auch stimulierte und provozierte – , wie sie kaum ein zweiter baukünstler dieser ära aufweisen konnte.

ich vermute, dass es nicht zuletzt diese doppelte dialektik war und ist – jene innerhalb des spektrums der hochleistungen der wiener kultur und, von da aus, jene im konnex zu den globalen avantgarden aller epochen – , die hollein als maßstab für sein eigenes schaffen auf dem höchstmöglichen level reflektiert und gesetzt hat.

diesen prämissen gerecht zu werden war wohl nicht durchgängig möglich, ist aber bei etlichen kleinen und großen werke absolut gelungen: als singuläre, persönliche leistung – jenseits von allen und über alle hilflos versuchten stilistischen einordnungen und zuschreibungen hinaus.

so etwas gibt es sehr selten!

für unsere regionale wie auch für die globale szene bildet sein schaffen ein von formen oder einzelresultaten unabhängiges, fortwirkend grundsätzliches beispiel: eine ermunterung, eine herausforderung und wegmarke, um daran orientierung und maß zu nehmen!

nun hat eine beeindruckende schar von persönlichkeiten hans hollein auf seinem letzten weg – wie man so sagt – am hietzinger friedhof begleitet. hannes pflaum sprach zu beginn kurz, sehr persönlich und sichtlich bewegt.

paulus manker hielt eine lange, doch in allen relevanten facetten inspirierte und sehr inspirierende rede, begann mit hugo v. hofmannsthal (über das belvedere) und endete mit einer treffenden paraphrase auf eben dieses poem, umgeschrieben auf den visionären erz-baumeister hollein.

schade, dass mankers gedankenblitze, sprachlich adäquat inszeniert, nicht eine fortsetzung in weiteren künstlerischen interventionen des rituals fanden. ich hatte kurz die vision, wie das geworden wäre, wenn zb. mario terzic das alles inszeniert und gestaltet hätte – mitsamt dem musikerkreis um kati noever und andere.

so verlief alles doch gemessen traditionell – ich vermute aber, hollein hätte da selbst schon ein paar sachen im talon gehabt. z.b.: wir sprachen im riesigen pulk, der sich aus der halle durch den sonnenbeglänzten friedhof zum grab bewegte darüber, dass etwa bei beethovens begräbnis der sarg von sechs musikern getragen wurde – darunter eben auch franz schubert. – und die architekten? heute? – das hätte hollein doch sehr gefallen und wäre ganz nach seinem geschmack gewesen und auch wirklich schön gewesen, wenn z.b. wolf prix, peter noever, carl pruscha, fritz kurrent, roman delugan und max rieder seinen sarg – zumindest ein stück weit – auf ihren schultern gehabt hätten.

autor: otto kapfinger

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