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Wenn jemand die Sehnsucht hat Architektur einsparen zu wollen

2 Kommentare

Gerhard Sailer – Wenn jemand die Sehnsucht hat Architektur einsparen zu wollen, sollte er hin und wieder ein gutes Buch lesen
und sich dann der Frage widmen, ob er auch Literatur einzusparen gedenke.
Oder Kultur, Kunst, sich selbst?

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Autor
Gerhard Sailer
www.halle1.at

2 Kommentare zu “Wenn jemand die Sehnsucht hat Architektur einsparen zu wollen

  1. Wo Bücher verbrannt werden, wurden historisch gesehen früher oder später auch die Menschen verbrannt. Und wo die Architektur verbannt wird, da… ja, was passiert denn dann? Gab es so etwas schon einmal in der Geschichte der Architektur? War es nicht so, dass die Einsparungen oft andere Bereiche betrafen, um die Architektur weiterhin finanzieren zu können?

    Ich bilde mir ein, dass es bei den antiken Griechen so war. Es wäre auch nur allzu logisch, nicht wahr? Die Architektur ist doch etwas dem Menschen Ureigenes, gar Instinktives, welches sich direkt mit der Sesshaftigkeit und dadurch gemeinsam mit dem modernen Menschen und seinen Eigenheiten des Mensch-Seins entwickelte.

    Kennt jemand die Häuser von Çatalhöyük? Sie stammt unglaublicherweise aus einer Zeit vor schätzungsweise 7500-5700 Jahren. 2600 vor Christus entstand dann Mohenjo-Daro in Pakistan. Vom Kinkaku-Ji (goldener Pavillon) in Japan, dem Taj Mahal oder den antiken Bauwerken wie den Pyramiden möchte man gar nicht sprechen. Letztlich hinterließ doch die Architektur der Nachwelt so viele Sachen, Geschichten und Hinweise auf die Kultur, wie es nur wenige andere kulturelle Errungen- und Nachlassenschaften vermochten.

    Dass es jemals in der Menschheitsgeschichte Einsparungen in der Architektur gab, wenn es nicht gerade extreme Umstände gab, wäre mir also neu. Möchte man wirklich die erste Kultur sein, die sich über diese Grenze hinwegsetzt?

  2. Architektur funktioniert erst in Relation zu seiner bebauten und unbebauten Umwelt, sie lebt von dem Kontrast der einzelnen Komponenten einer Stadt, deshalb ist es auch wichtig Architektur einzusparen, statt jeden einzelnen Millimeter durch menschliche Eingriffe zu verändern. Die Einzigartigkeit einer Stadtkomposition schwindet mit der Masse an (unüberlegt platzierten) Objekten, deshalb sollte man genauer überlegen wie und ob man Bauen nur des Bauen willens praktiziert. Die Bauwut unserer Zeit kommt nicht nur von dem Bedürfnis neuen Lebensraum für Menschen zu schaffen: somit entsteht die Frage, ob wir den Raum, den wir beanspruchen, überhaupt benötigen.

    Das architektonische Erbe unserer Erde ist in verschiedenen Kontexten entstanden und ist nicht mehr vergleichbar mit unserer globalisierten Welt die immer mehr vereinheitlicht wird. Nunmehr geht es darum, Menschen aus ihren veralteten Lebensrhythmen zu locken und unser Bewusstsein für unsere Umwelt mit Hilfe der Architektur zu stärken.

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