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Foto: Björn Láczay dustpuppy http://creativecommons.org/licenses/by-sa/2.0/

Bauen jenseits der Grenzen des Wachstums

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Georg und Hans Scheicher: Neben den sozialen, städtebaulichen und wirtschaftlichen Aspekten sowie der architektonischen Gestaltung des Wohnbaus, die im Discours hinreichend erörtert werden, sollte das Bauen an sich in seiner materiellen Ausformung den Erfordernissen des neuen Paradigmas der Nachhaltigen Entwicklung folgen.
Faktor 5, cradle to cradle und Klimakompatibiltät sind Strategien, welche auch im sozialen Wohnbau ihren Niederschlag finden müssen.

Bauen in geschlossenen Stoffkreisläufen (cradle to cradle)
Wir hinterlassen nachfolgenden Generationen Berge von unbewältigbarem Sondermüll durch die Art wie wir bauen. Was passiert mit unserem Styropor, PVC, Mineralwolle, Glasfaser, Stahl-Glas-Mischbauten, wenn wir sie nicht mehr nutzen? Die Umtriebszeit unserer Gebäude verkürzt sich laufend. Das erhöht die Virulenz der Problematik. Das Ende des Alten muss zum Beginn des Neuen werden. Schluss mit Styroporwärmedämmungen, mit nicht recyclingfähigen Verbundwerkstoffbauteilen, mit Baustoffen aus begrenzten Ressourcen!

Faktor 5, die graue Energie in unseren Bauten
PKWs werden mit hohen Steuern für ihren relativen Mehrausstoß an CO2 belegt. Allein der CO2-Ausstoß für die Herstellung unserer Gebäude und deren Baustoffe liegt weltweit gesamthaft in einer ähnlichen Größenordnung. Bei Errichtung und Rückbau eines Gebäudes wird heute mehr CO2 emittiert als bei dessen Betrieb über 100 Jahre. In unseren Förderregulativen, Bautechnik- und Steuergesetzen etc. wurde dies bis jetzt kaum aufgegriffen.

Klimakompatibilität
Fossile Rohstoffe sind endlich und setzen viel CO2 frei. Baustoffe aus NAWAROS (nachwachsende Rohstoffe) speichern CO2 in unseren Gebäuden und wirken so gegen die globale Erwärmung. Das Salzburger Bautechnikgesetz soll in Sachen Brandschutz endlich der OIB2-Richtlinie Platz machen.

Erneuerbare Energien
Jeder weiß um ihre Bedeutung. Photovoltaikanlagen haben wirtschaftlich gesehen Grid-Parity erreicht. Ihr Siegeszug ist somit vorgegeben. Wir stehen unmittelbar vor der ästhetischen Vermüllung unserer Kulturlandschaft und unserer Städte. Wir sind alle gefordert nachzudenken, wie wir damit umgehen wollen. Wir brauchen diese blau glitzernden Platten, wir brauchen aber auch ein ästhetisch intaktes Umfeld.
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Autoren:
Georg und Hans Scheicher
Architekten Scheicher
5421 Adnet 241
http://scheicher.at/

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Foto: Björn Láczay dustpuppy creative commons

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