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gesucht: Plan für die Stadt

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Nach einer im Juli 2014 veröffentlichte Studie der Vereinten Nationen steigt die Weltbevölkerung bis 2050 auf 9 Milliarden an und von den heute 54% werden dann 80% der Menschen in Städten leben. Nur hundert Jahre zuvor, also 1950, waren es 30% gewesen. Der Weltbevölkerungsbericht geht zudem davon aus, dass 37% des Städtewachstums bis 2050 allein auf Indien, China und Nigeria entfallen. Nordamerika (82%), Südamerika (80%) und Europa (73%) sind schon heute überdurchschnittlich urbanisiert und Wachstumsraten wie etwa in Lagos, das sich seit 1990 fast verdreifacht hat, werden nicht zu erwarten sein.

Die Deutsche Bank Research hat zudem einen fast bizarren, weltweiten Bedarf an einer Milliarde neuer Wohnungen bis 2030 errechnet. Aber was für Komplexe, was für Wohnungen sollten, könnten und müssten das eigentlich sein? Wobei, die neuen großen Ballungsräume werden ohnedies in Asien und Afrika entstehen, auch, weil sie nur dort entstehen können, was unweigerlich zur durchaus heiklen Frage der Perspektive typischer nordamerikanischer und europäischer Städte führt. Denn für die reguläre Idee von Stadt möglicherweise interessanter ist die Aussicht, dass es auch 2030 ’nur‘ 41 Megastädte, quasi urbanistischer Sonderfall, mit mehr als 10 Millionen Einwohnern geben soll; viel entscheidender deswegen der Fokus und damit das große Fragezeichen: wie baut man die Vielzahl sogenannter typischer Städte unter einer halben Million Einwohnern und den gegebenen Vorzeichen um und auf und weiter? Das verbunden mit der ganz bewusst pathetisch formulierten Überlegung, wo und wie wir denn in zehn, in zwanzig oder fünfzig Jahren leben wollen?

Lesen Sie hier den gesamten Artikel als PDF zum Download

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Autoren:
Florian Medicus
Theo Deutinger
Martin Oberascher

ein beitrag zum forum
zukunft mittelstadt

4 Kommentare zu “gesucht: Plan für die Stadt

  1. So the world’s urban population is expected to surpass six billion by 2045. Much of the expected urban growth will take place in countries of the developing regions, particularly Africa. As a result, these countries will face numerous challenges in meeting the needs of their growing urban populations, including for housing, infrastructure, transportation, energy and employment, as well as for basic services such as education and health care. But also Asia in not in a very nice situation.
    The thing is also that, where people live and how much they consume are inextricably linked

    On the other hand, many of the fastest growing cities in the world are relatively small urban settlements. But historically, urbanisation has always been closely linked to economic development. Probably the result of this process of growth and change is an uneven distribution of urbanisation across the globe.

    A successful urban planning agenda will require that attention be given to urban settlements of all sizes. If well managed, cities offer important opportunities for economic development and for expanding access to basic services, including health care and education, for large numbers of people. Providing public transportation, as well as housing, electricity, water and sanitation for a densely settled urban population is typically cheaper and less environmentally damaging than providing a similar level of services to a dispersed rural population. But that is not so easy to reach, especially not in the right time.

    What goes about smart cities; cities are smart if all people living in them have access to the same degree of participation. The idea is to make the use of physical infrastructure more efficient and at the same time connect local people to think about the future and participate + invest in the society and its collective investition for the better improvements of the city.

  2. Das Problem der explodierenden Städte ist kein Thema das heute bekannt wurde, diese Frage nach Planung kann meines Erachtens nicht mit dem Wort Smart-Cities beantwortet werden, da kaum einer eine genaue Definition von „smart“ versteht sondern die meisten sich einfach das Wort „smart“ aneignen um einen positiven Eindruck zu erwecken, wir leben in einer Welt in welcher alles smart sein soll. Anstatt sich mit Worten zu schmücken sollten sich das Wissen der älteren Generation mit den Ideen der jungen Generation verbinden, man sollte sich gemeinsam den Problemen der Zukunft stellen und sie nicht an die nächste Generation weiter schicken.

  3. „Bilder einer Zukunft, die man versteht, die man teilen kann, die man will, weil man weiß, warum und die es zuletzt wert wären, mit ganzer Kraft verfolgt zu werden!“ – vielleicht liegt es an den zu individuellen Vorstellungen einer wünschenswerten Zukunft, eine Diskussion auf zu vielen Ebenen um auf einen Nenner zu kommen und zu viel Angst vor einer mutigen visionären Entscheidung?
    Ja, in gewachsenen Städten braucht es eine Neuentdeckung des bestehenden Raumes und eine Beanspruchung durch die Bürger, die sich Stadt zu Eigen machen, die Frage ist, wer bringt es Ihnen bei? Die Architektur, die Medienerziehung oder die alltägliche Kreativität? Alles nur eine Frage des Brandings und Namensgebung, ok. Lebensgefühl und Lifestyle lassen sich verkaufen, ohne Frage. Und alles was sich „smart“ nennt wird mittlerweile generell von Planern als das Gegenteil abgestempelt, oft ohne Erklärung. Der Name ist nach wie vor wichtiger als der Inhalt, auch in einem Text der nach echten Lösungen schreit.
    Der Paradigmenwechsel in den Gebieten der Raumplanung und Architektur ist ja wohl da, nur wie dieser wirklich aussieht und wo die neuen Grenzen des Aufgabengebietes liegen ist nach wie vor sehr unklar definiert, wenn man sie denn überhaupt ziehen kann. Die ArchitektInnen sollen zusätzlich zur Entwicklung, Organisation und Planung eines Projektes soziale Prozesse initiieren und begleiten damit Bezug und Identifikation der Bevölkerung mit ihrem zukünftigen Lebensraum entstehen kann. So schön das auch klingt, aber wie genau das funktioniert, dafür gibt es wohl kein Rezept außer unendlich viel Engagement und Optimismus. Wie man Lebensräume plant ohne zu wissen welche Art von Leben (*) nun stattfinden soll ist eine andere. Wir wollen Stadtraum anders planen? Wir brauchen nicht nur die neuen Tools, wir brauchen neue Grenzen der Arbeit, vor allem eine neue Kommunikation und Sichtweise. Der normale up-to-date Bürger hat mit permanenter Google-Maps-Orientierungsphilosophie, real time News-Feeds, on demand Internetunterhaltungswunderkiste und WhatsApp-Emoticon Gefühlsaustauschwelt etc. permanent eine Quelle outgesourcten kollektiven Wissens zur Verfügung, was Einfluss auf seinen gesamten Lebensstil haben kann. Und dieser potentielle Lebenswandel schreit auch nach etwas, oft ist es echter realer Begegnungsraum der uns auszugehen scheint, die Momente die man nicht in einer Top-Down 3D-geplanten Welt findet.
    Wenn man Grundsätzliche menschliche Bedürfnisse in den Vordergrund rückt, weiß man wie man leben will, egal wie weit fortgeschritten die Technologie ist. Der Balance Akt aus öffentlichen und wirtschaftlichen Interesse, moralischen und ethischen Bedenken, juristische Stolpersteinen und politischen Unsicherheitn, das abgewogene Einsetzen von Information, der Berufstand wird komplexer, also muss man sich auch komplexerer Mittel widmen ohne Grundsätzliches zu missachten.
    Wie könnte Open Source Urbanism wirklich aussehen?
    (Als Ideenraum gedacht und nicht 0-8-15 smartcity irgendwas)

    (*)
    Zukunftstrends sagen die Zahl der Mehrgenerationen Häuser steigt sowie kleine billige Einzimmerwohnungen, mehr shared space, publiuc living room, public kitchen, public everything, gemeinsam die Stadt bewohnen und überwacht werden, wir bewegen uns in einem public taxi System anstelle des motorisierten Individualverkehrs, die Stadt und wie sie funktioniert regiert unserer Leben, den wir sind die Stadt. Wir werden mehr und weniger aber vor allem andere Freiheiten haben, mehr Menschen die weniger verbrauchen müssen auch mehr Regeln unterworfen sein oder gewisse Werte intus haben. Eine anders eingeschränkte/freie Möglichkeiten zu leben. Die gedankliche Freiheit scheint sehr präsent aber doch äußerst Umstritten zu sein.

  4. Sowohl das Bevölkerungswachstum als auch die zunehmenede Urbanisierung der Erde ist kein neues Thema, jedoch sind die Antworten, die dafür gefunden wurden stetig neue Ansätze die unsere bisherigen Vorstellungen von Städten und Wohnen in Frage stellen. So wird im Artikel der Begriff „Smart Cities“ als Lösung vorgeschlagen ähnlich wie im Vergleich von einem normalen „phone“ zu einem „smartphone“ sollen die „Smart cities“ zu den normalen „cities“ sehr viel schneller, besser, effizienter und multifunktionaler werden.
    Dies klingt für mich eher nach eine Dystopie als einer Utopie, anstatt Probleme zu lösen werden wohl durch die ständige Überwachung der „smart city“ mehr neue Probleme entstehen. Der Satz
    „‚Was will die Stadt sagen?‘ oder ‚Was wollen wir durch die Stadt sagen?‘ nicht nur zu den Besuchern sondern vor allem zu den Bewohnern.“ bekommt durch den „smart city“ Lösungsplan eine vollkommen neue Bedeutung.
    Ich persönlich sehe nicht wie Sensoren in einer Stadt die Probleme von zunehmender Urbanisierung oder massivem Bevölkerungswachstum lösen sollen. Bisher war die Lösung für urbane Platzprobleme die verlagerung des Platzgewinns aus der Vertikalen in die Horizontale. Dies geschah jedoch Hauptsächlich eindimensional nach oben. Immer höher sollte gebaut werden um noch mehr Platz erschließen zu können. Gleichzeitig wurde durch urbanes Begrünen dieser Wolkenkratzer das Problem der Grünflächen für die Stadt gelöst.
    Mit der Idee von so genannten „Erdkratzern“ wird seit einigen Jahren gespielt (http://www.dailymail.co.uk/news/article-2048395/Earth-scraper-Architects-design-65-storey-building-300-metres-ground.html). Diese Tiefhäuser bieten natürliches Licht sowie mehr Stabilität was besonders in Gebieten mit Erdbeben ein positiver Faktor wäre.
    Auch das Problem der urbanen Abhängigkeit von Agrargebieten außerhalb der Stadt wurde in den letzten Jahren durch das voranschreiten von „Urban Farming“ vermindert. „VerticalFarming“ beschreibt das kultivieren von Nutzpflanzen unter künslichem Licht in ungenützten Gebäuden (https://www.youtube.com/watch?v=ME_rprRlmMM)
    Dies sind jedoch nur Lösungen für Probleme der Überbevölkerung. Der Artikel beschäftigt sich weiters mit der Frage nach kleinen Aktionen der Bevölkerung welche die Stadt, zur eigenen Stadt machen, wie am Beispiel von Salzburg erklärt wurde. „Es wäre revolutionär, wenn den Bewohnern eingeräumt würde sich die Stadt anzueignen, sich einfach ein Stück davon zu nehmen“ (Theo Deutinger). Diese Idee den Menschen einer Stadt Räume zu überlassen über die die Normalbevölkerung selbts bestimmen kann, ist ein hervorragendes Konzept das sich in öffentlich nutzbaren Räumen widerspiegelt. (https://kooperativerraum.at/2016/10/18/temporaere-architekturen-schaffen-orte-der-begegnung/)
    Dieses Konzept unterstützt die von Martin Oberascher geprießene Biodiversität welche das Stadtbild so stark beeinflusst und Städte zu unseren Städten macht, und von einer Ansammlung von Häusern und kleinen „Gretzeln“ zu einer Heimat.

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