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Temporäre Architekturen schaffen Orte der Begegnung

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Ein ambitioniertes Projekt Studierender der Architektur und Raumplanung der TU Wien mit dem Titel „OPENmarx“ konzentriert viele aktuelle Fragen an einem Ort und erprobt den Praxistest. In welchem Verhältnis sollte die theoretische Ausbildung mit praktischen Erfahrungen im Rahmen einer akademischen Ausbildung stehen? Wie kann eine lange brachliegende Fläche zu einem inklusiven Ort der Begegnung werden? Welche Chancen bergen temporäre Architekturen als flexible plug-ins in die dauerhaft gebaute Stadtstruktur im Kontext eines immer schnelleren gesellschaftlichen Wandels?

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design.build studio | Das Studium als 1:1 Werkstatt

All das wird aktuell zwischen Domenigs Raumschiff für T-Mobile, der Süd-Ost-Tangente und dem Mediaquarter im „Mobilen Stadtlabor“ diskutiert, geplant, gebaut und räumlich ausgelotet. Ausgangspunkt des Projekts ist ein design build studio unter der Leitung von Peter Fattinger. Der Titel des Lehransatzes ist Programm, die Studierenden sollten für die von der WSE zur Verfügung gestellte Fläche nicht nur einen gemeinsamen Plan entwickeln, sondern diesen auch selbst realisieren. In der praktischen Ausführung der eigenen Pläne lassen sich Erfahrungen für künftige Konstruktionslösungen sammeln. Ebenso können die Abläufe und Organisationsstrukturen eines Bauvorhabens bereits im Studium erprobt werden. Ein prominenter Vorreiter dieser akademischen Lehrmethode ist das 1993 gegründete Rural Studio der Auburn University. Heute findet sich international eine Vielzahl design build basierter Lehrangebote. Einen guten Überblick zur aktuellen Szene gibt www.dbxchange.eu, eine Datenbank speziell für Akteure aus dem Feld um Wissenstransfer und Sichtbarkeit zu generieren.

Eine Konstante oder vielmehr das Mutterschiff des design.build Projekts OPENmarx ist das Mobile Stadtlabor. 2014 wurde das Containerensemble am Karlsplatz ebenfalls von Studierenden geplant und errichtet. Inhaltlich wird es vom future.lab der TU Wien koordiniert und programmiert und steht unterschiedlichen Akteur*innen als Diskursraum, Vorlesungssaal, Bühne, Festivalzentrum, Bar, Kino und Planungsstudio zur Verfügung. Thematisch wurde dieser Ausgangspunkt um die Zielsetzung des future.lab, die TU Wien abseits akademischer Konventionen einer breiten Öffentlichkeit zugänglich zu machen, ergänzt.

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Dem Projektteam der Studierenden war es zudem wichtig ein Alternativkonzept zur zunehmenden Vermarktung des öffentlichen Raums, die zu einer Exklusion ökonomisch schwacher Stadtbewohner*innen führt, zu erproben. Grundlegende Aspekte inklusiver öffentlicher Flächen stellen konsumfreie Partizipationsmöglichkeiten dar. Entsprechend schnell kristallisierten sich in der Planung die erforderlichen modularen Ergänzungen zum Mobilen Stadtlabor und ihre Nutzungen heraus: eine Gemeinschaftsküche, eine offene Fahrradwerkstatt sowie ein Seminarraum, der künftig sowohl der TU Wien als auch Gemeinwohlorganisationen beispielsweise für Sprachkurse zur Verfügung stehen soll. Dadurch soll der Ort nicht bloßen didaktischen Nutzen, sondern auch das Potenzial zur Selbstermächtigung haben.

Verbindende Aspekte sind oft sehr grundlegend, jeder Mensch muss essen, schlafen, sich fortbewegen. OPENmarx bildet damit eine gute Basis von der aus jeder individuell starten kann. Beim gemeinsamen Kochen werden schließlich nicht nur Rezepte ausgetauscht, sondern selbstverständlicher Alltag geübt. In der Fahrradwerkstatt wird nicht nur an den Velocipeden geschraubt, sondern einfache mechanische Fähigkeiten vermittelt und zusammengearbeitet, schlussendlich aber eigenständige Mobilität ermöglicht. Im Seminarraum soll mit dem Fokus auf Sprache eine Kernkompetenz, um in einer neuen Heimat Fuß fassen zu können, vermittelt werden.

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Temporäre Architektur

Angesichts gesellschaftlicher Wandel, die auch massiv die Nutzung des öffentlichen Raums und dauerhafter architektonischer Strukturen transformieren, sind temporäre Architekturen eine Strategie, die nicht nur für angewandte Formen der Stadtforschung relevant ist. Die Migrationsbewegungen des vergangenen Jahres haben die fehlende Flexibilität des bestehenden architektonischen Zugangs deutlich aufgezeigt. Temporäre Nutzungen haben das Potenzial auf derart schnelle Veränderungen adäquat reagieren zu können.

Mögliche Szenarien beziehen sich nicht nur auf humanitäre Notsituationen, wie sich mit Blick auf eine zunehmend mobile Gesellschaft zeigt. BIGs Urban Rigger, 15 Wohneinheiten für Studierende in Kopenhagen ebenso in einer Containerkonstruktion kann als Beispiel dafür herangezogen werden. Einem bewohnbaren Floß gleich, kann es je nach Bedarf attraktiven Wohnraum in Küstenstädten an zentraler Lage anbieten. Derartige plug-ins können dem urbanen Gefüge eine neue Qualität der Flexibilität und Anpassungsfähigkeit verleihen. Durch solche Konzepte erhält die Zeitlichkeit abseits ökonomischer Lebenszykluskalkulationen eine neue Bedeutung in der Architektur.

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Offenheit benötigt das Zusammenspiel vieler Akteure

Ein derartiges Vorhaben kann jedoch nur im Zusammenspiel einer Vielzahl unterschiedlicher Akteure verwirklicht werden. An dieser Stelle dürfen daher die Partnerinitiativen, die youngCaritas, IntegRADsion, Train of Hope, Displaced, Prosa – Vielmehr für alle, Sinnvoll helfen sowie die privaten Sponsoren, die WSE, die Bundeskammer der Architekten und Ingenieurkonsulenten, die STRABAG allen voran und viele weitere private Partner ohne deren Unterstützung die Realisierung des Projekts nicht möglich wäre, nicht unerwähnt bleiben.

Abschließend bleibt an dieser Stelle die Empfehlung sich am 21. Oktober beim Eröffnungsfest der Gemeinschaftsküche sowie der Werkstatt bei musikalischer und kulinarischer Begleitung selbst ein Bild von der mitreißenden Atmosphäre des Projekts zu machen.

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Standort
Karl-Farkas-Gasse 1
Neu Marx in 1030 Wien

Ein Projekt der TU Wien:
future.lab
design.build studio der Fakultät für Architektur und Raumplanung der TU Wien

Eckdaten
1.800m² aktivierter öffentlicher Raum
5 Raumelemente [Labor, Werkstatt, Küche, Seminarraum, OPENfield]

Programmierung
OPENmarx ist Diskursraum, Labor, Werkbank, Treffpunkt, Bühne, Vortragsraum für Ideen und Projekte unterschiedlicher Akteure.
Schwerpunkte: Zukunftsfragen zu
Stadt und Gesellschaft, offene Universität, Integration und Zuwanderung, öffentlicher Raum, städtisches Miteinander, Wissenstransfer

Sponsoring- & Pressekontakt
Sebastian Jobst
Mag. Anna Resch
openmarx@konnektom.at

Visualisierungen und Fotocredit:
design.build-Team OPENmarx

mehr unter

http://www.futurelab.tuwien.ac.at/openmarx/

12 Kommentare zu “Temporäre Architekturen schaffen Orte der Begegnung

  1. Wie findest du Klimaarchitektur? Wie diese hier: http://betzler.net/

  2. Ich persönlich vermisse genau solche Projekte in Salzburg. Denn als Studierende der Universität Mozarteum Salzburg wäre es mir durchaus wichtig, miteinander neue Orte der Begegnung zu schaffen.
    Daher bin ich von den Projekten und Organisationen in Wien immer wieder aufs Neue begeistert und finde, wir Salzburger könnten und sollten uns eine Scheibe von Wiens Originalität abschneiden.
    Vor allem das Projekt rund um OPENmarx hat es mir angetan. Man stelle sich einen solchen Diskursraum einmal in Salzburg vor. Das würde bedeuten, diversen Akteurinnen die Chance zu geben, ihr volles Potenzial einem breiteren Publikum unter Beweis stellen zu können. Ob es sich dabei nun um Vorlesungen, Bühnenaufführungen oder Festivals handelt, ist egal, alles wäre machbar und würde eine ganz neue Dimension an Orten der Begegnung schaffen.

  3. In politischen und ökonomischen Zeiten des Wandels soll auch Architektur vor allem in öffentlichen Räumen wandelbar sein. Vom Infocenter zum Veranstaltungszentrum, von der Bar zum Diskussionsort. Besonders für Studierende bedeutet die Planung und Umsetzung dieser „Möglichkeitsräume“ in das Orts- oder Stadtbild einzugreifen und verändern zu lernen.
    Projekte wie das „OPENmarx“ zeigen diese Änderungsbereitschaft auf, mobile Plätze, die Menschen zusammenbringen, zu entwerfen und umsetzen zu können,
    „Das Studium als 1:1 Werkstatt“ – heißt für mich, in einer mehr oder wenigen geschützten Atmosphäre gemeinsam Projekte für ein besseres, gemeinsames Leben formen zu können – um diese Erfahrungen für die Zeit nach dem Studium konstruktiv zu verwenden und auszubauen.

  4. Der Artikel „Temporäre Architekturen schaffen Orte der Begegnung“ befasst sich mit unterschiedlichen Aspekten, welche die positiven Seiten eines derartigen Unterfangens beleuchten:

    Temporäre Architektur stellt einen Praxisbezug für Studierende her und verlangt von ihnen ein hohes Maß an Kreativität, Denkleistung, Selbstständigkeit, Organisations- und Koordinationsvermögen.
    Temporäre Architektur lässt abseits der Kommerzialisierung öffentlicher Räume alternative Modelle zu
    Sie schafft ein hohes Maß an Flexibilität innerhalb des Planungsprozesses und weist die Eigenschaft auf, rasch auf gesellschaftiche/demografische Bewegungen reagieren zu können, wobei die Voraussetzung im Zusammenspiel vieler Akteure liegt
    Derartige Projekte schaffen Orte der Begegnung

    Unausgesprochen bleiben folgende Fragen:

    Welche Rolle kommt dem Lehrpersonal im Falle eines universitären Projektes zu?
    Wie groß ist der Verwaltungsaufwand und wer ist im Falle eines universitären Projektes dafür zuständig?
    Wer sorgt für die Instandhaltung der Anlagen?
    Wie sieht die rechtliche Situation für die NutzerInnen bei Zwischennutzung aus?
    Welche Vor- und Nachteile haben Miet- und Prekariatsverträge?
    Für welche Nutzungsformen eignen sich derartige Modelle? Auch für den Wohnungsmarkt?
    Bei Zwischennutzung ist ein hohes Maß an Vertrauen zwischen den einzelnen Parteien erforderlich. Interessant wäre eine Evaluation der Erfahrungen.
    Wie sieht die Rolle der Politik aus?
    Können gemeinschaftliche Raumnutzungen tatsächlich funktionieren? (Küche etc.)
    etc.

  5. Das Projekt „OPENmarx“ erscheint mir eine großartige Idee die sich aus vielen verschiedenen Aspekten zusammensetzt, die bereits in diversen anderen Wiener Projekten erprobt wurden. So ist die Gemeinschaftsküche zum Beispiel in der Vinzirast ein voller Erfolg, genauso wie die öffentliche Radwerkstatt im WUK.
    Jedoch möchte ich mich hier nicht auf die sozialen Aspekte des Projekts beziehen, die zweifellos wunderbar sind, sondern auf die mobile Architektur die dem Projekt zugrunde liegt. Wie im Plan und von den Bildern klar ersichtlich, wurden die meisten Strukturen aus Containern gebaut. Die Containerbehausung ist für die Architektur nichts neues da sie oftmals für Bauarbeiten als mobiles Büro dienen, oder als Ausweichklassenräume wenn Schulen renoviert werden. In den letzten Jahren scheint es mir jedoch so, als würde der Container von einem „Ausweichhaus“ zu einem mobilen, modularen Wunderding der modernen Architektur werden. Immer wieder stößt man auf Bilder von ganzen Wohnung aus ein oder mehreren Containern. (http://www.icontainers.com/us/2016/12/15/shipping-container-homes/)
    Diese Art der temporären und mobilen Architektur entspricht immer mehr einer Gesellschaft die Wert auf Flexibilität legt. Zusätzlich dazu bieten Containerhäuser einen nicht zu unterschätzenden ökonomischen Vorteil wenn es um den Beschaffungspreis geht.
    Es wäre durchaus Vorstellbar das ContainerHäuser die Antwort für eine Gesellschaft sind die mobiler und flexibler wohnen möchte, die einem immer teurer werdendene Wohnungsmarkt entgegenwirkt und durch die große Verfügbarkeit mit dem Wachstum von großen Städten mithalten könnte.

  6. Wie Frau Nowy in Ihrem Beitrag schon lobend erwähnt hat, so finde ich das Projekt „OPENmarx“ auch eine wunderbare und großartige Idee. Diese Idee setzt sich aus vielen unterschiedlichen Aspekten zusammen, die bereits in diversen anderen Wiener Projekten erprobt wurden.
    Genau solche Projekte sollten auch in anderen Städten, wie zum Beispiel in Innsbruck oder in Salzburg…, mehr gefördert werden, da wir untereinander viel voneinander lernen können.
    Zumindest einmal im Jahr sollte besonders jungen Menschen solch eine Möglichkeit geboten werden. Dabei sollten vor allem junge Akteure die Chance haben ihr Können, einem breit gefächertem Publikum, unter Beweis zu stellen. Wenn wir dies ermöglichen könnten, so würden wir sicherlich eine neue Dimension an Orten der Bewegung schaffen.

  7. Eine Intervention mit Potenzial, dessen zeitlich beschränkte Lebensdauer zu hinterfragen gilt.
    Warum nicht permanent, flexible Räume entwickeln ohne Ablaufdatum. Oder weswegen lässt es sich vor allem unter dem Begriff „temporär“ leichter Umsetzen. Das Projekt am Karlsplatz hat seine Beständigkeit bereits gezeigt und auch in Kopenhagen wurde die Zeitspanne ausgedehnt. Die Projekte reaktivieren öffentlichen Raum mit einem Konzept, das dem Besucher nichts abverlangt. Sie sind präsent im Stadtbild und laden unterschwellig zum Verweilen ein. Diese Art von Raum in der Stadt, dessen Programm neben einfachen Bedürfnissen stets im Wandel ist, gibt die Möglichkeit auf eine Vielfalt von Akteuren zu reagieren. Doch warum werden flexible Interventionen nicht zu solider Architektur, die nicht nach ihrem Ablaufdatum weicht. Die Formensprache der Projekte zeigt mit ihrer Ästhetik auf Vergänglichkeit, doch wäre ein Fokus auf die Weiterentwicklung nicht passender?

    • Auch ich denke, dass die Zukunft in der erhöhten Flexibilität von Architektur liegt. Dennoch stellt sich für mich die Frage: ist die Sehnsucht der Menschen nach stabilen Strukturen größer, als das Verlangen nach ständiger Anpassung in ohnehin bewegten Zeiten?
      Vor allem die Evolution zeigt, dass die Fähigkeit zu Anpassung das Überleben der Menschen gesichert hat. Unsere Perspektive kann uns allerdings nur einen gegenwärtigen Blick aufzeigen. Ich sehe das Problem also weniger in der Umsetzung von temporärer Architektur, denn diese besteht schon lange zum Beispiel als Märke wie der Schranne in Salzburg. Als viel grundlegender sehe ich die Betreuung dieser temporären Architektur, wie sie im Projekt OPENmarx der Student*innen verwirklicht wurde. Meiner Ansicht nach kann ein solches Projekt nur durch eine interessierte und mutige Gemeinschaft nachhaltig bestehen. Das was ich als Betreuung bezeichte sollte daher eher asl Beschäftigung mit der Veränderung angesehen werden und sich mit der Aktion und Reaktion auf und mit der Architektur und den Nutzern befassen. Allerdings so, dass der Grundgedanke des Temporären und der Flexibilität erhalten bleibt. Mit dem Ziel der Innovation ist der Stillstand einer solchen temporären Architektur ihr Ende. Dabei möchte ich aber auch anmerken, dass Stabilität kein negativer Aspekt ist genauso wenig wie Veränderung.
      Die Formensprache sehe ich als nebensächlichen Teil von temporärer Architektur an. Ausgenommen sie hilft aktiv an der Möglichkeit den Grundgedanken auszubauen und zu unterstützen. Was hingegen eine große Rolle für mich spielt, ist der intelligente Einsatz von Materialien. Architektur wird für mich zu oft als Masse an Beton und ästhetischem Glas gebaut. Vieleicht sollte Architektur, vor allem temporäre Architektur textiler werden – aber nicht im klassischen Sinn.

  8. Das Projekt „OPENmarx“ bietet viel Spielraum neue Ideen zu verwirklichen. Die Flüchtlingskrise hat uns besonders in der letzter Zeit gezeigt, dass wir variable Wohnmöglichkeiten brauchen. Ich sehe dieses Projekt als Chance für Diskussionsräume und für den direkten Austausch von Ideen, unter offenen interessierten Menschen. Es bildet sich ein Netzwerk das die Wichtigkeit des Projekts verdeutlicht. Temporäre Architektur lässt zu, dass die Flexibilität des Projekts spürbar gemacht wird.
    Der Didaktische Lehrgedanke macht das Projekt insofern spannend, da wir uns bereit erklären zum einen unser Wissen weiter zu geben und zum anderen bereit sind voneinander zu lernen.
    Dennoch stelle auch ich mir einige organisatorische Fragen zu dem Projekt. Wer ist für den Verwaltungsaufwand zuständig und wie groß ist das Budget für diejenigen, die dort arbeiten? Ich denke, dass „OPENmarx“ nur in enger Zusammenarbeit mit der Stadt funktioniert. Nichts desto trotz würde ich mir eine solches Projekt auch für Salzburg wünschen. Ich denke das es eine gute Möglichkeit ist, die verschiedenen Universitäten Salzburgs in Kontakt treten zu lassen.

  9. Ich finde die Idee des design build studios unter Leitung von Peter Fattinger cool. Dadurch haben angehende Architektinnen und Architekten die Möglichkeiten ihre Ideen umzusetzen und gleichzeitig werden sie mit den Problemen des Alltags einer Architektin und eines Architekten konfrontiert.
    Solche Projekte könnten auch in anderen Studienrichtung sehr interessant sein, vor allem wenn es darum geht einen öffentlichen Raum neu zu bespielen und ihn für die Gesellschaft wieder lukrativer und mehr zugänglich zu machen. Man sollte sich jedoch bewusst sein, dass solche Projekte mit immensen Kosten verbunden sind und auch zusätzliche Initiatoren und Angestellte benötigt. Damit solche Umsetzungen auch rechtlich abgesichert sind, zum Beispiel im Bereich der Stadt Salzburg, wo es ein Altstadterhaltungsgesetz gibt und es zum Weltkulturerbe gehört. Jedoch sollte man nicht nur die Bauwerke vergangener Zeiten bewahren und pflegen, sondern auch überlegen, wo man neue Architektur schaffen könnte, um die Infrastruktur einer Stadt auszubauen und lebenswerter zu machen.

  10. Interventionen im bebauten und geplanten öffentlichen Raum um sogenannte „konsumfreie Partizipationsflächen“ zu schaffen ist ein guter Ansatz. Besonders in Stadtzentren ist es sinnvoll Alternativkonzepte einzubringen. Die zeitlich limitierte Lebensdauer scheint der Grundidee des Projektes jedoch nicht förderlich.
    Da ein solches Plug-in im öffentlichen Raum ein spezifisches Problem anspricht, das nicht zeitlich begrenzter Natur ist, erscheint temporäre Architektur nicht unbedingt als ein idealer Lösungsvorschlag.
    Zudem suggeriert das Projekt Flexibilität, welche offensichtlich die langfristige Anpassungsfähigkeit und Ergänzung ermöglicht und mit sich bringt, also dem gesellschaftlichen Wandel und dessen Bedürfnissen gleichkommt.
    Warum sollte es dann aber temporär sein? Die Problematik der „dauerhaft gebauten Stadtstruktur“ ist nicht jenes gebaut zu sein, sondern in den meisten Fällen eben keiner Wandlung und Weiterentwicklung mehr zu unterliegen, bzw. diese gar nicht zuzulassen.
    Als temporäre Intervention funktionieren Events, die nur geschaffen sind um ihrer zeitlichen Begrenztheit Genüge zu tun. Ihr Hintergrund ist jener an einem Ort statt zu finden und den Besuchern für einen bestimmten Zweck und Zeit Raum zu bieten, die physische Architektur muss jedoch nicht zwingendermaßen temporär sein um Flexibilität zu offerieren und der Programmatik des vermarkteten öffentlichen Raums entgegen zu wirken.
    Dem gegenüber stehen temporäre Architekturprojekte wie jene von Wang Shu (Amateur Architecture Studio) und Hsieh Ying Chun Architects / Atelier3. Unter dem Titel „Illegal Architectures“ wurden temporäre Interventionen in Form von An- und Aufbauten an einem Wohnhaus realisiert, das kurz darauf abgerissen werden sollte. Durch die drohende Abrissbirne war jedes Vorhaben temporär, konnte jedoch produktive Diskussionen zu politischen und gesellschaftlichen Konventionen in Bezug auf „offiziell“ gebaute Architektur in Taipei (Taiwan) erreichen.
    Die Notwendigkeit solcher gebauter Initiativen und Partizipationsflächen müsse konkret auf ihrer gesellschaftlichen Bestimmung und ihrer Sinnhaftigkeit als temporäre Einrichtung hinterfragt werden. Vielleicht ist es auch notwendig besonders in dieser Überlegung die Art und Weise wie wir schon bestehende Architektur nutzen zu überdenken um Interventionen in solchen Strukturen einzubringen und diese so umzuprogrammieren.

  11. Die Raumplanung der TU Wien „OPENmarx“ steht auf jeden Fall für eine gelungene Verknüpfung von theoretischer Ausbildung und praktischer Erfahrung. Mir scheint, dass in vielen Universitäten die praktische Erfahrung der Studierenden zu kurz kommt, beziehungsweise erst in den höheren Semestern, gegen Abschluss des Studiums relevant wird. In meinen Augen liegt genau hier der Fehler, junge Menschen sollten sich nicht nur theoretisches Wissen aneignen sondern praktisch Erfahrungen sammeln dürfen.

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