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Sorgen zur städtebaulichen Entwicklung und architektonischen Ausformung Wiens

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Robert J. Wolfgring – Für mich stellt sich zunehmend die Frage, warum sich Wien so sehr bemüht, die Stadt mit den unansehnlichsten Hochhäusern zu werden. Beginnen wir doch am Donaukanal, unmittelbar an der Einfallspforte in die Innenstadt, wo Hans Hollein den „Media Tower“ – ein Bauwerk von unverständlicher, unbegreifbarer Formensprache – errichtete.

Gleich gegenüber fand diese Entwicklung mit einem Bauwerk von Jean Nouvel ihre Fortsetzung: mit einem Bauwerk, das in seiner Anmut und Sensibilität, ja in seiner Grazilität seinesgleichen nur mehr im Geschützturm im nahegelegenen Arenbergpark findet. Und nun soll mit einem grobschlächtigen, stark an die Architektur des Dritten Reiches erinnernden Hochhaus auf den Gründen des Wiener Eislaufvereins ein Bauwerk errichtet werden, das in seiner Plumpheit und Einfallslosigkeit einer nur mittelmäßigen Entwurfsarbeit aus dem 4. HTL-Semester gleicht, wobei doch gerade diesem Stadtraum schon mit der Errichtung des Hotels InterContinental, nach Friedrich Achleitner „eine Masse ohne Maß“, ganz übel mitgespielt wurde. Selbst dann, wenn nach dem Abbruch dieser formlosen Baumasse ein Neubau errichtet werden sollte, wie er nunmehr angedacht ist, dann haben wir ein Ensemble vor uns, das nicht einmal den auch nur geringsten Ansprüchen an Proportionalität und Ästhetik gerecht wird und das letztlich nur das hässliche Ergebnis einer eiskalten Rentabilitätsberechnung darstellt. Um es gleich vorwegzunehmen: eine Abzonung, d.h. eine Reduzierung der Gebäudehöhe wird hier überhaupt nichts mehr bewirken, sondern nur noch die Unausgewogenheit der Baukörper, die Disproportionalität der Gesamtanlage ins Unerträgliche steigern. Halte ich mir dann noch vor Augen, was Henke-Schreieck – nachdem sie mit dem Projekt “ Wien Mitte“ und mit dem „Erste-Campus“ dem Wiener Stadtbild, und das noch dazu in besonders sensiblen Bereichen unserer Stadt, nicht wieder gut zu machenden Schaden zugefügt haben – nunmehr am Donaukanal das Projekt „Triple“ zur Realisierung bringen werden, dann sehe ich unsere Stadt endgültig auf dem Weg, zum Kuriositätenkabinett des europäischen Städtebaus zu werden. Wenn der Bauträger des zuletzt genannten Projekts dazu noch vollmundig ausführt: „keine künstlerische Disziplin greift unmittelbarer in das Leben ein als die Architektur“, dann ist das durchaus als gefährliche Drohung zu verstehen.

Schon aus diesen nur wenigen Beispielen offenbart sich die Architektur unserer Tage schlichtweg als die Materialisierung der Orientierungslosigkeit, ja der Sinnverlorenheit unserer Gesellschaft. Die hier nur beispielhaft genannten Bauwerke aus den inneren Stadtbereichen sind meiner Überzeugung nach deutliche Zeichen dafür, dass sich die Architektur unserer Tage schon längst aus dem Kreis der Kunstdisziplinen verabschiedet hat und unter dem Druck des Ökonomismus zum Entertainment, zum Materie gewordenen Aktionismus, gewandelt hat. Und dieser Aktionismus äußert sich oftmals schon in den Namen der Akteure, denn in der Architektur und im Städtebau begegnen wir heute “ 3pass“ oder „querkraft“, man nennt sich “ JSWD“, „NMPB“ oder „BEHF“ – Architektur hat heute kein Gesicht mehr und wird also gar nicht mehr von Leuten geschaffen, deren Namen, und vor allem deren Werke, noch nach vielen Jahrzehnten Bedeutung haben – so wie die eines Ludwig Mies van der Rohe oder eines Walter Gropius, die eines Josef Hoffmann, eines Josef Frank oder eines Clemens Holzmeister.  Diese bedauerliche Entwicklung geht dazu noch mit einer überaus regen Betriebsamkeit einher, die sich kein geringeres Ziel gesetzt hat, als die Architektur und die Stadtentwicklung, ja das Bauen überhaupt, durch Leitlinien und Deklarationen in geordnete Bahnen zu lenken – sei dies nun durch die „Wiener Architekturdeklaration 2005“ oder neuerdings sogar durch die Abfassung von „Baukulturleitlinien“. All diesen Bestrebungen halte ich aber entgegen: Qualität erwächst nicht aus einem Regelwerk, sie kann nicht dekretiert werden, denn Kreativität ist weder planbar, noch organisierbar, Kultur lebt man! Und im übrigen: das Schlimmste, was der  Architektur überhaupt widerfahren kann, ist Architekturpolitik, denn Architektur darf niemals zum Tummelplatz minderbegabter  Lokalpolitiker werden. Doch wenn sich gerade solche Kreise ereifern, unablässig eine Neugestaltung des Schwedenplatzes zu reklamieren, so halte ich das für längst überflüssig und verzichtbar, denn mit den schon eingangs kritisierten Bauwerken von Hollein und Nouvel am gegenüberliegenden Ufer des Donaukanals wurde die Kulisse dieses Stadtraumes bereits so nachhaltig zerstört, dass es sich ganz und gar erübrigt, hier überhaupt noch gestalterisch einzugreifen. Die Anpflanzung von 160, dazu noch standortfremden, Ginkgobäumen, wie es von Münchner Landschaftsarchitekten vorgeschlagen wurde, kann hier nichts mehr bewirken. Dass uns aber gerade der Ginkgobaum Grundstoffe zur Erzeugung  pharmazeutischer Präparate für die Behandlung seniler Demenz liefert, entbehrt nicht einer gewissen Ironie, verleitet mich aber dennoch zu keinen weiteren Schlüssen.

Natürlich wird mir allenthalben, zuletzt von Planungsdirektor Madreiter, auch vorgehalten, dass die von mir kritisierten Bauwerke am Donaukanal von Architekten geschaffen wurden, die mit dem Pritzker-Preis ausgezeichnet wurden, was für mich aber kein stichhaltiges Argument darstellt, wenn ich nur auf Frank O. Gehry, den Preisträger1989, verweise, dessen ausgeprägten Aktionismus wir im „Tanzenden Haus“ in Prag erleben, noch deutlicher aber im Stata Center in Cambridge, sogar im Guggenheim-Museum in Bilbao, am deutlichsten aber im Biodiversidad-Museum in Panama City, das jeden, aber wirklich jeden Anspruch an schöpferischen Gestaltungswillen verleugnet. Doch, wenn sogar in der exakten Naturwissenschaft, wie wir bei Werner Heisenberg lesen, die Bedeutung der Schönheit als „die richtige Übereinstimmung der Teile miteinander und mit dem Ganzen“ herausgestellt wird, wieviel eher müssen wir dann die Schönheit, die Harmonie, schlichtweg die Ästhetik, für jedes architektonische Gestalten einfordern? Und von Ästhetik ist beim Projekt am Heumarkt niemals die Rede gewesen, das wurde schon von Carl Appel mit der Errichtung des unansehnlichen Hotelbaues im wahrsten Sinn des Wortes verbaut. Ich persönlich sehe den Kernpunkt des Problems aber gar nicht in der Auseinandersetzung mit der UNESCO, weil Wien weltweit anerkannte Kulturstadt ist und schon Jahrhunderte lang war, bevor ihr der Status eines Welterbes zuerkannt war. In höchsten Maße schädlich für die Reputation unserer Stadt wäre es hingegen, wenn ihr der nun einmal zuerkannte Status aberkannt wird. Die Problemlösung kann daher meiner Meinung nach nur in einer gänzlich neuen städtebaulichen Bearbeitung liegen, die, unabhängig von bisherigen wirtschaftlichen Erwartungen, auf Parametern aufbaut, die allen maßgeblichen Anforderungen, auch jenen der UNESCO, entsprechen; solche aus der Sicht des Wiener Tourismusdirektors, wie ich sie einigen Pressemeldungen entnehmen konnte,, zähle ich nicht dazu. Um es noch einmal hervorzuheben: in einer Überarbeitung der vorliegenden Planung kann ich keine Lösung dieses städtebaulichen Problems sehen, weil sie, wie Dietmar Steiner wohl richtig ausführt, nur zu einer Verschlechterung des Bisherigen führen würde. Allerdings ziehe ich daraus einen anderen Schluss, denn wenn Steiner damit für eine Beibehaltung des nunmehr erreichten Planungsinhaltes plädiert, sehe ich den Weg zu einer nicht nur guten, sondern zu einer auch richtigen städtebaulichen Lösung nur in einer gänzlichen Neubearbeitung. Steiners Eloge auf Isay Weinfeld, wonach dessen Entwurf „die Typologie und Modernität dieses Ortes ästhetisch und stadträumlich perfekt weiterentwickelt“, bleibt für mich mit dem Grundsatz einer objektiven,  unvoreingenommenen Beurteilung unvereinbar.

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Robert J. Wolfgring
(ehem. Geschäftsführer des Wiener Wirtschaftsförderungsfonds, ua. maßgeblich involviert bei den Wiener Projekten „Stadterneuerungsgebietes in Ottakring, Revitalisierung des Spittelberges, Vienna Biocenter, Städtebaulichen Leitprojekt Flugfeld Aspern wie Simmeringer Gasometer)

Foto: maxRIEDER

9 Kommentare zu “Sorgen zur städtebaulichen Entwicklung und architektonischen Ausformung Wiens

  1. Ich persönlich habe noch nie in Wien gewohnt und werde es vermutlich auch nicht in naher Zukunft tun, und gerade deshalb ist mir dieses Thema wahrscheinlich neu.
    Ich wusste nicht, dass zurzeit so viele Hochhäuser in Österreichs Bundeshauptstadt errichtet werden, und ich wusste schon gar nichts vom Aufruhr und der Empörung, die eben diese neuen Bauten bei den Einwohnern Wiens auslösen.
    Nach Lesen dieses Beitrags verstehe ich die Lage allerdings ein Stück weit besser, und ich bin der Meinung, dass man eine weltweit anerkannte Kulturstadt, wie es Wien eine ist, nicht einfach so dem Zufall überlassen darf. Längst schon sind namhafte Architekten, wie es beispielsweise Walter Gropius oder Clemens Holzmeister in früheren Zeiten waren, nicht mehr beteiligt an der Gestaltung neuer Bauten in Wien. Das hat anscheinend zur Folge, dass das Stadtbild eine Veränderung erfährt, und laut Kritikern könnte der einmal zuerkannte Status einer Kulturstadt durchaus wieder aberkannt werden.
    Diese Entwicklung wäre eine unglaublich traurige, nicht nur für Wien und dessen Bewohner, sondern eigentlich für ganz Österreich, und wir alle sollten zumindest versuchen, ihr entgegen zu treten.
    Anstatt also beispielsweise auf Münchner Landschaftsarchitekten und deren Ginkgobäume zu vertrauen, sollten die Österreicher viel eher heimischen, aber eventuell doch namhafteren Architekten den Vortritt lassen.

  2. Als Wienliebhaberin möchte ich dem Autor des Artikels zustimmen.
    Die Kulisse der Hochhäuser am Donaukanal wirkt einfallslos und grob, geradezu unpassend für eine Stadt die ihre Kultur schon seit langem auch in der Architektur widerspiegelt sei es am Beispiel der Ringstraße oder den neueren Bauten von Hundertwasser oder dem „Haas-Haus“.
    Dass Gebäude das Stadtbild prägen wenn, ja sogar erschaffen muss hier nicht erneut hervorgehoben werden. Wenn dieses Stadtbild jedoch wie mit dem Bau des Continental Hotels, quasi im Anschluss an den Wiener Stadtpark, ins negative verzerrt wird wohl jedem bewusst, dass der Häuserbau in Wien unter keinen Umständen der Willkür der Politik überlassen werden sollte. Selbst Namhafte Architekten erlauben sich manches Mal einen Fehlgriff, und wie der Autor bereits äußerst richtig erwähnt, ist der Name eines bekannten Archtiekten nicht immer ein Zeichen von Angemessenheit oder Qualität.
    Ein weiteres Blockkonstrukt ohne Eleganz oder künstlerischen Anspruch, sei es am Donaukanal oder nebst dem Continental, wäre ein Schritt in die falsche Richtung für Wien.
    Ich möchte dem Autor des Artikels jedoch auch widersprechen da Architektur auch von den Bedürfnissen der Gebäudebewohner definiert wird. Wien als stetig wachsende Stadt hat großen Bedarf an neuen Büroflächen und Wohnungen. Dies sollte man im Hinterkopf bewahren, aber nicht als Ausrede für unpassende oder schlichtweg einfallslose Architektur verwenden.

  3. Auch mir war es neu, dass Wien vor so einem großen städtebaulichen Problem steht. Soweit ich mich erinnern kann, war bisher das vertikale Wohnen in Wien nur eine Randerscheinung. In den nächsten Jahren wird sich das jedoch drastisch ändern. Ich stelle mir hier nur die Frage ob es ein Limit geben wird? In Asien gibt es Hochhäuser, die einen Kilometer in den Himmel reichen. Aus bautechnischer Sicht gibt es also fast keine Grenzen – aus ästhetischer Sicht jedoch schon.
    Wenn ich so darüber nachdenke, dann haben wir dieses Problem nicht nur in unserer größten Kulturstadt Österreichs. Unansehnliche und einfallslose Architektur kommt sogar in meinem idyllischen Heimatort im Süden Salzburgs vor. Ich hoffe nur, dass dieser „Trend“ auch wieder schnell ein Ende hat oder eben in Zukunft wieder mehr Wert auf die Harmonie in Bezug auf architektonischen Gestalten gelegt wird.

  4. Nur ab und zu bekomme ich Wien zu Gesicht, und vieles entgeht dabei meinem ungeschulten Blick. Doch das ist ganz natürlich, denn vieles ist wenn man sich durch eine Stadt bewegt nicht unmittelbar sichtbar. Gerade das Spiel mit dem was für die sich durch die Stadt gehenden sichtbar oder unsichtbar ist finde ich hierzu spannend. Einiges scheint mehr ein Gefühl zu sein, als etwas das man bewusst sieht. So fühlt es sich ganz anders an durch eine Stadt mit vielen hochhinausragenden den Horizont versperrenden Gebäuden zu gehen, als durch eine Stadt mit Gebäudelücken oder niedrigen Gebäuden. Persönlich ist hierbei für mich die Balance durch Abwechslung wichtig.

    Wenn alles nach oben hin verbaut ist, so empfinde ich dies als beengend und bedrückend. Doch nicht alle hohen Bauten sollte man verteufeln. Das Hotel Sofitel Vienna Stephansdom ist, wie Sie es bereits geschrieben haben, ein gelungenes Beispiel neuerer Architektur. Durch das spiegelnde, abstehende, oder scheinbar eingeschnittene erhält es eine gewisse Offenheit und Leichtigkeit. Die Lichtdecke von Pipilotti Rist stellt hierbei ein besonderes Highlight dar, vor allem für die sich durch die Stadt bewegenden. Ein ähnlich positives Beispiel befindet sich für mich im Stadtwerk Lehen, wo teilweise die Unterseiten von Gebäuden auf eine spiegelnde und amorph geformte Art und Weise gestaltet wurden. Dies ist für mich ein gelungenes Beispiel neuerer Architektur in Salzburg.

    Hingegen gibt es natürlich auch Bauten welche ich als weniger gelungen empfinde wie das Lichthaus in Salzburg, oder das Kiesel-Gebäude, welches seinen Stil wahrscheinlich seiner Zeit zuzuschulden hat, oder der Leiner in Salzburg Süd, oder der Unipark, welcher vielleicht in seiner Außenwirkung positiv zu vermerken ist, jedoch von der Nutzung her sich als schwierig herausstellt. Für Wien haben Sie den „Media Tower“ angesprochen, der wahrlich keine Augenweide ist. Als weitere Bauunglücke könnte man zudem noch das Vienna International Centre, sowie das bmvit Gebäude nennen. Somit zeigt sich, dass vieles schief gehen kann in der Architekturentwicklung von Städten, aber diese ist auch keine geringe Herausforderung, und nicht alles was sich heutzutage aufbaut und manchmal auch frech in die Höhe ragt ist schlecht. Das Gesamtbild und die Zusammenwirkung mit der Umgebung sind hierbei zentral und müssen stimmen, und letzten Endes liegt dies alles im Auge des Betrachters.

  5. Ich möchte dem Autor dieses Artikels größtenteils zustimmen, besonders im Hinblick der Bebauung des Donaukanals. Das Bild das die Stadt von sich selbst in den letzten Jahrzehnten kreiert hat, mag nicht ein besonders tolles sein jedoch finde ich, ist ein rein ästhetischer Blickpunkt ein falscher dazu. Integration von neuen Gebäuden und Programmen sollte vor allem in Wien ein wichtiges Augenmerk sein. Und ich stimme zu, dabei ist auch die reine Reduzierung der Gebäudehöhe vermutlich nicht besonders hilfreich. Während Gebäude die dem Ensemble der Stadt Wien den Rang einer Kulturstadt verliehen haben, eine vielfach kleinteilige Auflösung, Anordnung und Programmatik besitzen, die sich über Jahre hinweg eingerichtet hat, wirken die genannten Gebäude lediglich als einfältige Riesen. Es mag sein, dass sich eine gewisse Anzahl an Nutzungsflächen anbieten müssen, doch lässt sich dessen Rasterung vermutlich stark in frage stellen. Im städtebaulichen Kontext unterstütze ich daher die Aussage, dass Kreativität “weder planbar, noch organisierter” ist. Ich stimme zu, dass es in dieser Hinsicht vermutlich nicht an der Planungskompetenz der Architekten scheitert, sondern die lenkende politische Interessen und Ansichten der Stadt ihr neues Gesicht bescheren. Vor allem nimmt man aber der Stadtentwicklung jegliche Haptik, Lücke und Möglichkeit sich in einem weiteren Schritt zu prägen, zu erweitern und zu etablieren.

  6. Als absolute Wienliebhaberin fällt mir genau dies auch immer öfters auf. Sofern ich mich erinnern kann, war bisher das vertikale Wohnen in Wien eher nur eine Randerscheinung.
    Jedoch so wie in vielen anderen Großstädten bleibt auch Wien nicht von den riesigen Blockhäusern verschont.
    So wie im Bericht schon gut erwähnt worden ist, sind auch von meiner Seite her die Blockhäuser „eine Masse ohne Maß“. Es wird nicht mehr auf Ästhetik oder Proportionalität geachtet, sondern letztendlich sind es nur hässliche Ergebnisse einer eiskalten Rentabilitätsrechnung. Für viele Architekten geht es nur mehr darum immer höher zu bauen und möglichst viel Platz zu schaffen, sodass das Gebäude immer rentabler für die Auftraggeber sind.
    Diese bedauerliche Entwicklung geht dazu noch mit einer überaus regen Betriebsamkeiten einher, die sich kein geringeres Ziel gesetzt hat, als die Architektur und die Stadtentwicklung durch Leitlinien und Deklarationen in geordnete Bahnen zu lenken.
    Jedoch bin ich der Meinung man kann nicht von vornherein Grenzen bzw. Leitlinien schaffen, da wir die Kreativität freien Lauf geben sollten und auch müssen. Kreativität ist weder planbar noch organissierbar. Wenn man von vornherein Grenzen schafft, kann man, in meinen Augen, nur ein Regelwerk erschaffen.
    Für die Zukunft finde ich, dass genau diese Kreativität mehr gefördert werden sollte, sodass wieder neue und innovative Architekturen erbaut werden können. Wenn wir diese Krativität nicht fördern und individuelle Gebäude zulassen, wird schlussendlich jede Stadt ähnlich bzw. gleich aussehen.

  7. Auf meiner letzten Reise nach Wien und diesen zuvor gelesenen Artikel, konnte ich die Stadt mit einem gezielteren Blick auf die Architektur beobachten. Und es war für mich interessant die Stadt dadurch anders zu sehen.
    Wien war ja neben London und Paris eine der Metropolen Europas. Wien hat auch heute noch viele sehenswerte Bauten und Plätze wie den Stephansdom, die Wiener Hofburg, Kunsthistorisches Museum, sowie zeitgenössische Architektur von Hans Hollein, Hundertwasser usw.. – Aber jede Stadt hat auch diese einen Orte, die nicht so sehenswert sind und aus der Reihe tanzen, wie im Artikel bereits erwähnt der Donaukanal oder das Continental Hotel.
    „eine Masse ohne Maß“ fand ich als eine sehr interessante Aussage, den dies konnte ich in Wien beobachten, aber auch in vielen anderen Städten. Ich finde es wichtig, dass Architektur sich in einer gewissen Weise der Stadt, den Bedürfnissen, dem Lifestyle der Gesellschaft anpasst, mit der Umwelt eine Verbindung eingeht und Raum bildet und nicht ohne Maß und Ziel aus dem Boden schießt.
    Wien ist allein so schon eine schöne Stadt und muss nicht mit den großen Hochhäuser Städten New York, Tokio,… mithalten können.

  8. Meiner Meinung nach gehören zu jeder Stadt bauliche Veränderungen. Wie stark und drastisch diese vorgenommen wurden liegt im Auge des Betrachters. Es ist sicherlich nicht einfach eine modernen Bau zu designen, der allen gleich gut gefällt. Dennoch sieh ich ein, dass sich besonders am Schwedenplatz und somit entlang des Donaukanals viele neue Bauten eingeschlichen haben. Leider fügen sich nicht alle gleich gut in das Stadtbild Wiens ein. Die Gegend entlang des Donaukanals weißt nur wenige Grünstellen auf und die Sicht wird durch die neuen hohen Bauten eingeengt.
    Mir erscheint es so, als ob nicht nur Wien von den neuen hohen Bauten „befallen“ ist. Viele andere Städte kämpfen auch mit unschönen Hochhäusern, die das Stadtbild stören. Das Problem scheint darin zu liegen, dass möglichst viel Wohn- oder Büroraum (räume) auf engstem Raum ausgelegt werden soll. Dabei müssen die Kosten gering bleiben. Dies hat die Folge, dass wenig Spielraum für Besonderheiten im Erscheinungsbild der Bauten bleibt.

  9. Schönheit liegt nun einmal im Auge des Betrachters und ein architektonischer Stillstand wäre wohl kaum von Vorteil für eine Stadt wie Wien? Wie können Gebäude in dieser Zeit der Möglichkeiten noch allen gleich gerecht werden? Sie sollen am besten multifunktional, wandelbar, nachhaltig, modern und anders als das Bisherige sein, sich aber gleichzeitig perfekt an das vorhandene Stadtbild anpassen und keineswegs zu sehr herausstechen und auffallen oder?

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